Harry Mulisch: Das Attentat. Roman

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Die berühmte „Entdeckung des Himmels“ habe ich bis heute nicht gelesen, weshalb dieser kleine Roman eine willkommene Gelegenheit bot, einen neuen Autor kennenzulernen. „Klein“ bezieht sich hier ausschließlich auf den Umfang, denn die literarische Qualität des Buches ist groß. Scheinbar einfach erzählt, enthüllen sich schnell zahlreiche geschichtliche und psychologische Fallstricke. Der Roman thematisiert den Umgang der niederländischen Gesellschaft mit der Besatzungszeit. Die moralische Komplexität des Widerstandskampfes und der Zwang, ethisch absurde Entscheidungen treffen zu müssen, treten sukzessive ans Licht.

Ausgelöst wird dieser Handlungsreigen durch ein Attentat von kommunistischen Widerstandskämpfern auf einen brutalen niederländischen Kollaborateur. Die Aktion löst eine willkürliche Vergeltungsaktion der Nazis aus. Die Folgen dieses Attentats werden bis in die achtziger Jahre hinein von Mulisch klug und sensibel beschrieben. Ein tolles Buch, das es – nebenbei bemerkt – derzeit gebunden für 5 Euro zu kaufen gibt.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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