Roland Schimmelpfennig: Die Frau von früher

Akademietheater 27.9.04
Regie: Stephan Müller
Frank: Markus Hering
Claudia: Regina Fritsch
Romy Vogtländer: Christiane von Poelnitz
Andi: Philipp Hauß
Tina: Elisa Seydel

Wenn es stimmt, dass Roland Schimmelpfennig einer der begabtesten deutschen Gegenwartsdramatiker ist, steht es, dem neuen Stück nach, schlecht um die deutsche Gegenwartsdramatik. Das mag ein ungerechtes Urteil sein, da ich die zahlreichen anderen Stücke Schimmelpfennigs nicht kenne. „Die Frau von früher“ jedoch, ein Auftragswerk für das Burgtheater, ist seltsam unausgegoren. Wenn man das Stück an verschiedenen Stellen abklopft, klingt es hohl und leer.

Die grundsätzliche Idee erinnert – höflich formuliert – auffällig an Ibsens „Baumeister Solness“: Nach vielen Jahren steht eine Frau vor der Tür eines Ehepaars und macht alte Ansprüche geltend. Im Gegensatz zu Ibsen klingen Schimmelpfennigs Dialoge oft angestrengt gekünstelt, und das drastische Ende wirkt psychologisch unmotiviert.
Originell war die zeitliche Szenenfolge (10 Minuten früher, währenddessen, ein paar Minuten später usw. in schnellem Wechsel). Formale Originalität freilich rettet kein Stück, dass inhaltlich nichts zu sagen hat.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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