Lessing: Nathan der Weise

Burgtheater 10.9.
Regie: Lukas Hemleb
Nathan: Klaus Maria Brandauer
Sultan: Wolfgang Michael
Tempelherr: Dietmar König

Der trüben theaterlosen Zeit folgte ein fulminanter Auftakt. Obwohl ich angesichts des peinlichen „Cyrano de Bergerac“ und der völlig missglückten „Hamlet“-Regie Brandauers auf Schlimmes gefasst war, gab es eine spannende Inszenierung zu sehen. Brandauer gab den Nathan differenziert und etwas verrätselt, der Komplexität des zu oft auf eine öde Eindimensionalität zurecht gestutzten Charakters gerecht werdend.

Lukas Hemleb setzte das Stück ruhig in Szene, auf die wunderbare Sprachkunst Lessings vertrauend, wohl wissend, dass leise Töne und kluge Worte den Toleranzgedanken angemessen ausdrücken. Das Ensemble war durchgehend hochkarätig. Eines der erfreulichsten Theatererlebnisse seit längerer Zeit. Möge es so weitergehen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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