Praktizierte Aufklärung (1): Sceptical Inquirer

Großen Respekt habe ich vor Wissenschaftlern und Publizisten, die sich mit großem Aufwand an Zeit mit dem Aberglauben der Gegenwart auseinandersetzen. Sind doch Energiefelder, Ufos, Wunderheilmethoden, pyramidenbauende Marsmenschen etc. wie alle Fantasieprodukte schnell erfunden und vermarktet. Diese kreativen Geistesemanationen jedoch mit den Methoden der modernen Wissenschaft und philosophischen Kritik zu untersuchen, bedarf viel Zeit und auch Geld.

Der „Sceptical Inquirer“ ist die wichtigste Zeitschrift dieser rationalen Idealisten und berichtet ausführlich aus kritischer Perspektive über New Age & Co. Ein Jahresabo ist mit knapp 20$ wohlfeil zu haben.

In der aktuellen Onlineausgabe berichtet Karla McLaren, eine ehemals profilierte New Age Enthusiastin und Buchautorin, über ihre Schwierigkeiten, sich aus ihrer fantastischen Geisterwelt zu lösen. Sie habe während ihrer Ausbildung kritisches Denken schlicht nicht gelernt:

In that period, it would have been wonderful to come upon skeptical and critical thinking techniques, but alas, critical thinking wasn’t taught in my high school. I didn’t even know the category existed! When I went to junior college, I took geometry and logic for my critical thinking courses and thus I missed out on the subject once again. In my education, I didn’t gain the skills I needed to help me understand what was occurring when New Age and metaphysical ideas and techniques seemed to work. My empirical experience „proved“ the validity of things like psychic skills, auras, chakras, contact with the dead, astrology, and the like – and I had very little in my intellectual arsenal at that time to help me understand what was truly occurring.

Es würde auch in europäischen Gymnasien nicht schaden, erste Ansätze von Logik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie zu vermitteln, um zumindest einige populäre, aber falsche „Beweistheorien“ (wie ungültige Induktionsschlüsse aus minimaler Datenbasis oder Schein-Kausalitätszuordnungen) zu erkennen. Selbst auf Akademiker treffe ich immer wieder, die kaum in der Lage sind, anzugeben, wie (und aufgrund welcher Kriterien) sich eine wissenschaftliche Theorie von einem Zeitschriftenhoroskop unterscheidet.

Außerdem noch zu lesen: Der Anästhesit G.M. Woerle erläutert, dass sich „Todesnaherfahrungen“ hervorragend ohne Zuhilfenahme göttlichen Beistands durch Sauerstoffmangel während des Sterbens erklären lassen. B.D. Gildenberg berichtet über das streng geheimes Skyhook Programm nach dem 2. Weltkrieg. Im Rahmen dieses Programms wurden riesige Ballone auf weite Reisen durch die USA geschickt, deren Flugbahn auffallend oft denen außerirdischer Touristen entsprach.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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