Eric Hobsbawm: Das Zeitalter der Extreme.

Untertitel: Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts (dtv, Amazon Partnerlink)

Hobsbawm schrieb eine Reihe von bedeutenden Bücher über das 18. und 19. Jahrhundert, darunter „Das imperiale Zeitalter 1875-1914“, das im November als Fischer TB neu aufgelegt wird.

Im „Zeitalter der Extreme“ versucht der Historiker, auf 700 eng bedruckten Seiten das kurze 20. Jahrhundert aus weltgeschichtlicher Perspektive zu beschreiben. „Kurz“, weil es für Hobsbawm den Zeitraum 1914 bis 1990 umfasst. Vorher wäre es noch 19., danach schon 21. Jahrhundert gewesen. Hobsbawm beherrscht die Stofffülle ausgezeichnet, angesichts des breiten Themenfelds (Asien und Lateinamerika wird ebenfalls behandelt) ist das sehr erstaunlich.Diese Spannweite bedingt auch, dass vieles nur angerissen werden kann oder zu kurz kommt. Ein Beispiel wäre der Vietnamkrieg. Kritisch anzumerken wäre, dass die Behandlung des Stoffes ab und zu sehr routinemäßig wirkt.

Ansonsten kann ich das Buch allen empfehlen, die das letzte Jahrhundert noch einmal Revue passieren lassen wollen. Es schärft auch das Problembewusstsein, das Hobsbawm die größten Schwierigkeiten der Gegenwart prägnant vor Augen führt.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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