Reise-Notizen West-Türkei (9, Ende): Perge, Aspendos, Termessos

Die nicht weit von Antalya gelegenen Ausgrabungen von Perge kann man zwar nicht mit Ephesus vergleichen. Trotzdem ist das Gelände dieser antiken Stadt (seit 188 v.C. römisch) so weit freigelegt, dass man ebenfalls einen schönen Eindruck über das damalige urbane Leben gewinnt.

Ein Besuch Aspendos‘ lohnt sich vor allem wegen des vorzüglich erhaltenen römischen Theaters. Römische Bühnenstätten unterscheiden sich von ihren griechischen Pendants vor allem durch den Aufbau über der Bühne. Erlaubte ein griechisches Theater immer den Blick auf die Landschaft versperrten die Römer diese Aussicht zugunsten besserer Akustik.

Termessos, eine bisher kaum ausgegrabene Bergstadt, lebte über lange Zeit vom Ausrauben vorbeiziehender Karawanen. Später waren sie in Kleinasien gefürchtete römische Söldner, die bei Bedarf Strafexpeditionen im Auftrag Roms durchführten. Man erreicht die Ruinen nur nach einer kleinen Bergwanderung. Das Erstaunen ist desto größer, oben auf ein schönes Theater zu stoßen. Erwähnenswert auch die pittoresk verwilderte, am Hang gelegene Grabanlage samt durcheinander gewürfelten Grabsteinen.

Diese Reise-Notizen verdeutlichten trotz der Kürze hoffentlich eines: Die West-Türkei ist eine Fundgrube für den archäologisch Interessierten. Im Vergleich mit Sizilien gibt es deutlich mehr zu sehen, was angesichts der Fläche des antiken Kleinasiens nicht weiter erstaunt. Die Ausgrabungsstätten sind sowohl in der Türkei als auch in Sizilien spektakulärer als in Griechenland (von Athen einmal abgesehen).

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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