Thomas Bernhard: Verstörung [2.]

Suhrkamp, Werkausgabe Band 2 (Amazon Partnerlink)

Der Roman ist augenscheinlich in zwei Teile gegliedert: Am Beginn steht die lange Visite des jungen Ich-Erzählers mit seinem Vater, einem steirischen Landarzt. Eine Galerie skurriler Figuren zieht vorüber, samt Totschlag in einem Wirtshaus. Der zweite Teil des Buches, „Der Fürst“ enthält den furiosen Dialog des Fürsten Saurau.

Je öfter ich mich mit Bernhard beschäftige, desto komischer (im besten Sinn des Wortes!) kommen mir viele Texte vor. Das gilt nicht nur in Bezug auf zahlreiche Neologismen (Sonntagseheerbärmlichkeit) und punktuelle Situationskomik, sondern für Bernhards Übertreibungsstil insgesamt. Das souveräne Wandeln zwischen grotesker Komik und existenzieller Tragik, erscheint mir immer mehr der Schlüssel zur Ästhetik Bernhards zu sein.

Der Kommentar der neuen Werkausgabe umfasst zwanzig Seiten und beschränkt sich vor allem auf die Enstehungs- und Textgeschichte. So wird deutlich, dass der Roman aus unterschiedlichen Textkorpi zusammengesetzt wurde, was die zweiteilige Struktur erklärt. Einige Seiten sind den Rezensionen über das Buch gewidmet. Über die germanistische Forschung darüber erfährt man leider nichts. Generell wäre ein ausführlicherer Kommentar wünschenswert.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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