Kauft Schiller!

Nachdem ich heute, anstatt im Büro zu sitzen, erfreulicherweise die Gelegenheit hatte, in der Innenstadt Galerien, Buchhandlungen und Antiquariate zu durchstöbern, stieß ich im empfehlenswerten Antiquariat Schaden (Sonnenfelsgasse 4) auf einen ansehnlichen Bestand an Büchern von und über Schiller und nahm drei mit (siehe unten).

Die Antiquarin war sehr erstaunt und meinte, sie striche sich diesen Tag im Kalender an, da sonst niemand mehr Schiller kaufe. Goethe sehr wenig, Schiller nie. Immerhin: Musil oft, auch die Jelinek. Die mangelnde Nachfrage schlägt sich, es lebe die Marktwirtschaft, in erfreulichen Preisen nieder. Enttäuscht über die Wiener Schillervernachlässigung verließ ich das Geschäft, um in meinem (wie man hier so sagt:) Stammbeisl zu Mittag zu essen. Am Nebentisch unterhielt sich eine Runde aus drei Damen über Schillers Don Karlos im Burgtheater – ein kleiner Trost immerhin.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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