Schiller: Erzählungen

WBG Sämtliche Werke Band 5 bzw. Insel Verlag (6 Bände, gebunden) oder dtv (5 Bände)

Die Prosawerke Schillers fristen an allen Fronten ein Schattendasein. Magere 220 Seiten belegt diese Sparte in der Werkausgabe. Gelesen werden sie heute nur noch selten, selbst die Forschung darüber ist (im Gegensatz zu anderen „klassischen“ Themen) überschaubar.
Ein Grund dafür dürfte in ihrer Zwischenstellung zwischen den moralischen Erzählungen der Aufklärung und den poetologisch reiferen der Romantik zu suchen sein. Die kürzeren Werke pendeln eigenartig zwischen diesen Polen hin und her.

Das Romanfragment „Der Geisterseher“ nimmt mit etwa 100 Seiten den größten Raum ein. Schiller hat sich mehrmals höchst abfällig darüber geäußert und sich über die Zeitverschwendung beklagt, die ihm der Zwang, die „Thalia“ mit Stoff zu versorgen, auferlegte. Dabei gibt es durchaus ein paar bemerkenswerte Aspekte, etwa die differenzierte Auseinandersetzung mit der Aufklärungsthematik (Aberglaube versus akzeptable versus „zersetzende“ Aufklärung).

Wer sich für Schiller interessiert, mag das lesen. Wer keine vollständige Lektüre seiner Werke anstrebt, sollte sich an die Dramen und die theoretischen Schriften halten.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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