Sergi Belbel: Die Zeit der Plancks

Burgtheater 6.5.04
Regie: Philip Tiedemann
Planck: Peter Simonischek
Sara: Kirsten Dene
Laura: Regina Fritsch
Rosa: Sylvie Rohrer
Anna: Nicola Kirsch
Maria: Maria Happel
Max: Johannes Krisch

Ein Stück zu beurteilen, das man nicht gelesen hat, ist immer schwierig. Belbel versucht, in einer Mischung aus Realismus und poetisch gruselig-grotesker Überhöhung, die Situation einer Familie zu schildern als das Familienoberhaupt (grandios: Simonischek!) stirbt.

Die wichtigste symbolische Bezugsebene nimmt Belbel aus der Physik, konkret die Planck-Zeit. Nun ist niemand erfreuter als ich, wenn sich Literatur und Naturwissenschaft nicht, wie sonst immer, mit gegenseitiger Verachtung strafen. Nur bin ich mir in diesem Fall nicht sicher, ob diese semantische Ebene wirklich funktioniert, d.h. gut mit dem Rest des Stücks zusammenpasst.

Die Inszenierung setzt sehr auf Musik (vier Musiker spielen mit) und verdient das Prädikat „originell“: Ein riesiges Bett auf der Bühne, von ebenso riesigen schwarzen Türen umrahmt, alles höchst beweglich installiert. Ein paar vorsichtige Schockeffekte, ein paar gute Regieeinfälle. Ein akzeptabler Theaterabend.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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