Religiöser Fundamentalismus

Dass der christliche Fundamentalismus ein ebenso widerliches Phänomen wie der Islamismus ist, droht im Moment in Vergessenheit zu geraten. Der unermüdliche Garry Wills beschäftigt* sich in einem umfangreichen Artikel in der New York Review of Books 6/2004 nicht nur mit Gibsons erfolgreichem SM-Porno „The Passion of the Christ“, sondern setzt sich auch ausführlich mit der ultrakonservativen „Legion of Christ“ auseinander, deren noch lebender Gründer Marcial Maviel Degollado sich von den Mühen des religiösen Fanatismus gerne mit seinen jungen Schülern entspannte. Trotz zahlreicher glaubwürdiger Anschuldigungen blieb der Vatikan untätig. Wills zieht folgendes Fazit:

Even if the accusers of Maciel are wrong, the treatment of their complaints by the Vatican and the weak arguments offered by the Legion are disturbing in themselves. The accusations against Maciel deserved serious investigation, but seem to have received none, beginning with the list of twenty names sent by Bishop McGann in 1976. As McGann’s canonist said, „It’s a substantive allegation that should have been acted on.“ That is troubling, apart even from any judgment that might have been reached in the matter. But if the men are telling the truth, that raises a far more dismaying prospect. If they are right, if Maciel is in fact a pedophile protected by the Vatican itself, then there is a black hole at the center of the institutional Catholic Church.

* Der Artikel ist nun Teil des kostenpflichtigen NYRB-Archivs

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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