Joachim Latacz: Troia und Homer

Nachdem ich in knapp drei Wochen selbst durch die Ruinen Troias spazieren werde, war der Anlass der Lektüre Reisevorbereitung. Latacz hat ein glänzendes Sachbuch geschrieben. Er zeichnet detailliert und kenntnisreich den aktuellen Stand der Troia- und Homerforschung nach und bezieht sich dabei ausführlich auf die sensationellen Ergebnisse der Grabungen Manfred Korfmanns seit 1988. Der Erkenntiswert dieses archäologischen Projekts stellt seit den Grabungen Schliemanns alle bisherigen Bemühungen in den Schatten. Vieles spricht dafür, dass es sich bei Trois im fraglischen Zeitraum (ca. 1200 AC) um eine mit dem Hethiterreich assozierte mächtige Handels- und Residenzstadt war.

Latacz Thesen: 1. Troia und der trojanische Krieg waren mit großer Wahrscheinlichkeit historisch. 2. Homers „Illias“ berichtet darüber und taugt (bei großer philologischer Umsicht, versteht sich) als Quelle für dieses historische Ereignis. Latacz Argumentation stützt sich auf eine Fülle von neuen Erkenntnissen aus verschiedenen Gebieten, nicht zuletzt der Hethitologie, und liest sich spannend wie ein Kriminalroman. Auch wenn es sich teilweise nur um Indizien handelt, die zu einem Gesamtbild zusammengesetzt werden, ergibt sich eine stimmige Theorie. Es wird sich zeigen, ob die Gegner dieser Theorie ähnlich valide Argumente vorweisen können. Unbedingt lesen!

Joachim Latacz: Troia und Homer. Der Weg zur Lösung eines alten Rätsels (Koehler & Amelang)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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