Primaries in Österreich

Nun bin ich kein Spezialist, was das amerikanische Wahlsystem angeht. Das Ritual der primaries scheint mir jedoch ein deutliches Demokratiedefizit aufzuweisen. Man startet in immer denselben Bundesstaaten mit relativ vielen Kandidaten. Nach einer Handvoll primaries ist die Kandidatenzahl deutlich kleiner, bald sind nur noch zwei Bewerber übrig. Die Konsquenz: Bundesstaaten, die später an der Reihe sind, haben kaum mehr eine Auswahl zwischen unterschiedlichen Kandidaten, was das demokratische Prinzip ad absurdum führt.

Man stelle sich dieses System in Österreich vor: Es starten 5 Kandidaten in Bregenz. Der erste progressive Politiker fliegt raus. Danach Tirol, ein Liberaler weg, danach Salzburg, ein Sozialdemokrat weg, schließlich Oberösterreich, ein liberaler Konservativer fliegt chancenlos hinaus. Bis die Wahlen nach Wien kämen, wären im besten Fall noch zwei reaktionäre Kandidaten übrig, da liberale Persönlichkeit bekanntlich in der österreichischen Provinz keine Chance haben. Tolles System, diese primaries…

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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