Bergman: Das siebte Siegel

Filmmuseum 20.1.

Je öfter ich diesen Film sehe, desto weniger gefällt er mir. Bergman reiht viele hervorragende Szenen aneinander, ein kohärentes Kunstwerk entsteht dadurch aber nicht. Das Hauptproblem liegt in der Darstellung des Mittelalters. Einerseits versucht Bergman nicht nur visuell das Mittelalter so authentisch wie möglich wiederzugeben. Dies gelingt ihm an verschiedenen Stellen (der Zug der Flagellanten!) ausgezeichnet. Andererseits passen die zahlreichen diskutierten existenziellen Probleme überhaupt nicht in dieses Zeitalter. Nicht die Sinnsuche und der Gotteszweifel des Protagonisten, und schon gar nicht die Figur des Knappen, ein ironisch-intellektueller und zum Nihilismus neigender Sancho Pansa, der Nietzsche und Sartre lesend ins 20. Jahrhundert passte, keinesfalls jedoch ins 14. Jahrhundert.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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