Wo sind die Klassiker?

Es wurde hier schon des öfteren geklagt, dass die Verlage immer weniger und immer schlechtere Klassikerausgaben verlegen. Dass dies ein internationales Phänomen sei, beklagt der Pianist und Musikgelehrte Charles Rosen in seinem sehr lesenswerten Essay „Culture in the Market“* in der 40-Jahre-Jubiläumsausgabe der „New York Review of Books“. Er vergleicht darin die verlegerische Situation in den angelsächsischen Ländern mit Italien, Frankreich und Deutschland und zieht kein sehr erfreuliches Fazit. Früher hätte es überall eine bessere Verfügbarkeit der Klassiker gegeben:

At the end of the nineteenth century, the European model for printing the national heritage was the elegant pocket-sized volumes bound in cloth or leather published in Germany by Insel. These were imitated in France by Gallimard with the Pléiade, and in Italy by Mondadori. The aftermath of World War II effectively wrecked Insel, dividing it up between Frankfurt in the West and Leipzig in the East. Mondadori was bought up by Berlusconi and its classical series disappeared. All of the other grand projects for printing the Italian classics have closed down; only odd volumes in secondhand shops are left of the Scrittori d’Italia of Laterza or of the ambitious volumes published by Ricciardi.

* Der Artikel ist mittlerweile Teil des kostenpflichtigen Archivs der NYRB.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Kategorien

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Tweets