Schnitzler: Jugend in Wien. Eine Autobiographie

Fischer TB

In dieser Form nie für die Veröffentlichung bestimmt, beschreiben die aus dem Nachlass publizierten Kapitel Schnitzlers Kindheit und Jugend bis Juni 1889, erreichen also den Zeitpunkt seiner größeren literarischen Werke nicht.

Das Buch fand ich etwas enttäuschend, wofür man bei nachgelassenen Werken freilich den Autor nicht verantwortlich machen kann. Es enthält sehr viele biographische Details, was biographischem und germanistischem Interesse entgegen kommt, sowie ungewöhnlich reichhaltige Berichte über die zahllosen schriftstellerischen Versuche des jungen Schnitzler. Man erfährt (sehr) viel über Schnitzlers erste Liebschaften und wird ausführlich mit Materialien über „süße Mädel“ aus den Wiener Vorstädten versorgt.

Informationen über das Wien zu dieser Zeit erhält man eher spärlich, ab und zu ein paar Sätze, viel zwischen den Zeilen. „Jugend in Wien“ ist quasi – man verzeihe mir diese „logische“ Metapher – das Gegenteil von Stefan Zweigs „Die Welt von gestern“, der sein Leben zum Anlass einer umfassenden Epochenschau nimmt.

Eine Lektüreempfehlung kann ich also nur für wirkliche Schnitzler-Enthusiasten aussprechen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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