Adolf Bäuerle: Aline oder Wien in einem anderen Weltteil

Theater in der Josefstadt 13.9.03)
Regie: Philippe Arlaud

Wenn Hans Gratzer seine erste Spielzeit im Theater an der Josefstadt mit einem ausgegrabenen Volkstück aus dem Biedermeier eröffnet, drängt sich eine Frage auf: WARUM?

Ist es als eine spezielle Aufmerksamkeit gegenüber Germanisten gedacht? Bäuerle gilt als literarhistorisch bedeutender Begründer des Wiener Volkstheaters und hat nicht nur Nestroy und Raimund beeinflusst. Angesichts der vergleichsweise populistischen Inszenierung kann man diese museale Intention jedoch ausschließen.

In Zukunft will Gratzer fast ausschließlich österreichische Stücke spielen (Schnitzler, Raimund, Grillparzer schon bald), was angesichts der großen Auswahl sehr guter Stücke zu keinem Engpass führen sollte. Warten wir also ab und hoffen, dass sich dieser biedermeierliche Ausrutscher nicht so schnell wiederholt.

Nach zwei Reinfällen, wäre es nun höchste Zeit für einen Theaterabend von zumindest durchschnittlicher ästhetischer Qualität…

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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