Lichter

Filmcasino
Regie: Hans-Christian Schmid

Robert Altmans „Short Cuts“ dienen als Vergleich: als Episodenfilm sei „Lichter“ ebenbürtig. Das ist zwar übertrieben, aber die Referenzklasse ist durchaus zutreffen. Es ist der beste deutsche Film, den ich seit längerer Zeit im Kino sah. Vor allem die „literarische“ Qualität – die im Film erzählten Geschichten – ist außergewöhnlich ansprechend. Sie greifen ohne jede Künstlichkeit aktuelle Probleme auf. Formal ist die Umsetzung zwar nicht revolutionär, aber durchaus adäquat (viel Handkamera). Warum fällt der Film also gegenüber von „Short Cuts“ ab? Die strukturelle Verbindung zwischen den einzelnen Episoden ist weniger überzeugend als bei Robert Altman. Altman verknüpft seine Geschichten formal deutlich dichter, bei „Lichter“ ist dieses Band wesentlich dünner.

Aber angesichts der hohen Qualität des dritten Films von Hans-Christian Schmid fehlt das nur wenig ins Gewicht. Man darf sehr gespannt auf seine nächsten Filme sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Kategorien

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Tweets