Goethe: Faust. Der Tragödie Erster Teil [5.]

Herausgeber: Albrecht Schöne;
Wissenschaftliche Buchgesellschaft bzw. Deutscher Klassiker Vlg. TB bzw. Insel TB (Amazon Partnerlinks)

Immer wenn ich den „Faust“ lese, bin ich über die zahlreichen neuen Nuancen und Bezüge erstaunt, die sich erschließen. Die semantische und strukturelle Reichhaltigkeit ist ebenso verblüffend wie faszinierend. Die literaturgeschichtliche Leistung Goethes würdigt man am Besten, wenn man ein paar Jahrzehnte vor den „Faust“ zurückgeht, und sich die im internationalen Vergleich oft unbeholfene deutsche Literatur dieser Jahre ansieht.

Ich nahm diese Fünftlektüre zum Anlass, mir den vielgepriesenen Kommentar Albrecht Schönes näher anzusehen, der als separater Band dieser Faust-Ausgabe beigegeben ist. Die ersten 130 Seiten bestehen aus einer allgemeinen Einführung in das Werk sowie einem relativ kurzen editorischen Bericht. Diese Hinführung ist durchaus gelungen, seine editorischen Argumente scheinen schlüssig zu sein. Allerdings klingt Schönes Rechtfertigung der modernisierten Orthographie, eine Vorgabe des Deutschen Klassiker Verlags, wenig überzeugend, nach seinem ausführlichen Plädoyers alles so ursprünglich wie möglich zu lassen.

Der Stellenkommentar ist für Leser, die mit der Materie bereits einigermaßen vertraut sind, oft redundant. Für (junge) Literaturfreunde, die sich zum ersten Mal mit dem Buch auseinandersetzen, dürfte er eine große und verlässliche Hilfe sein.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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