Parmigianino und der europäische Manierismus

Kunsthistorisches Museum 20.6.

Versucht man die historische Entwicklung einer Kunstform zu verstehen, hat das sogenannte Abweichungsmodell viel Erklärungskraft: Eine bestehende ästhetische Norm wird nach einer gewissen Zeit immer durch gezielte Verstöße verletzt. Diese Abweichungen werden zu neuen Quasi-Normen kanonisiert, gegen die nach einer gewissen Zeit wieder verstoßen wird.

Sehr schön lässt sich dies am Manierismus beobachten, der gegen alles verstieß, was die Malerei der Hochrenaissance an ästhetischen Gesetzen aufstellte: statt ausgewogenen Farben und Proportionen, gewagte Farbkombinationen und verzerrte Gliedmaßen. Statt gleichmäßiger Helligkeit und geometrischen Figurenanordnungen, Hell-Dunkel-Kontraste und mit menschlichen Körpern überquellende Bilder.

Parmigianinos Werke zeigen, wie hervorragend diese Ästhetik funktioniert, und welche beeindruckenden Ergebnisse diese „unklassische“ Vorgehensweise hervorbrachte. Zu Beginn der Ausstellung wird der Werdegang des Malers durch Werke von Freunden und Vorläufern dokumentiert (z.B. Corregio).

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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