Doderer: Ein Mord den jeder begeht. Roman

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Doderer hat dieses 1939 erschienene Buch zu seinen Jugendwerken gezählt. Der Titel deutet einen Kriminalroman an, aber schon die ausführlich geschilderte Kindheit des Conrad Castiletz in Wien spricht gegen diese Rubrizierung.

Daran ändert auch nichts, dass eine kriminalistische Pointe im Zentrum der Entwicklung des „Helden“ steht. Ein Held ist er nicht, der junge Castiletz, vielmehr ein klassischer Mitläufer mit einem gewissen Hang zum Sadismus. Zu dieser politischen Note trägt auch die eigenartig negative Atmosphäre bei, die den Roman durchzieht.

Doderers Erzählkunst zeigt sich aber vor allem in der seiner sprachlich treffenden Schilderung des Innenlebens seines Helden. Sein Stil ist reich an unorthodoxen, aber trotzdem genauen Bildern und Vergleichen. Wirklich schade, dass Doderer nicht mehr als eine Handvoll Romane schrieb …

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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