Eberhard Horst: Friedrich der Staufer. Die Biographie

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Es wäre übertrieben, zu behaupten, dieses Buch sei eine Glanzleistung der historischen Biographie. Es ist ein nützliches und solides Buch, das angesichts des nichtakademischen Anspruchs mit umfangreichen Anmerkungen und einer ausführlichen Bibliographie überrascht.

Friedrich gehört zu den erstaunlichsten europäischen Herrscherfiguren, die so gar nicht ins Mittelalter passen will. Seine naturwissenschaftlichen Interessen, seine moslemischen gelehrten Freunde, die Sarazennen seines Hofstaates, sein orientalischer Lebenstil wirkten auf seine Zeitgenössen höchst befremdlich, nicht zuletzt deshalb wurde er von mehreren Päpsten mit schon krankhaftem Hass verfolgt. In einer Zeit, in der die meisten Adligen noch Analphabeten waren, beherrschte Friedrich Arabisch und Latein in Wort und Schrift.

Trotz der aufgeklärten Züge Friedrichs, war er eine ausgesprochen schillernde Figur. Sein christlich-totalitäres Staatsverständnis war sogar für zeitgenössische Massstäbe ungewöhnlich konservativ. Jähzorn und diverse Grausamkeiten sind ausführlich bezeugt. Dieses ungewöhnliche Konglomerat an guten und schlechten Eigenschaften, ist wohl ein Grund für die diversen Mythen, die um diesen Kaiser entstanden sind.

Horsts Buch eignet sich gut, einen ersten Überblick über das widersprüchliche Leben Friedrichs zu gewinnen, für nicht mehr, aber auch für nicht weniger.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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