Reise-Skizzen New York (3)

Wie fast alle Touristen besuchte ich Ellis Island. Die Sicherheitskontrollen waren enorm. Bevor man die Fähre betreten durfte wurde man durchleuchtet, sogar die Gürtel mussten ausgezogen werden. Hatte man diese Prozedur geschafft und die Freiheitsstatue umschifft, landete man, wie viele Millionen Einwanderer in der Vergangenheit, auf Ellis Island, auf dem ein umfangreiches Museum untergebracht ist.

Die Dauerausstellung dort versucht eine Balance zu finden zwischen Kritik an den Zuständen einerseits und der Zurschaustellung amerikanischer Ideologeme andererseits. Zweifelsfrei handelte es sich um eine Massenabfertigung, die zahlreiche unmenschliche Züge trug. Trotzdem dauerte die Abwicklung in den meisten Fällen nicht länger als einen Tag und die zukünftigen Amerikaner wurden ziemlich korrekt behandelt. Zurückgewiesen wurde nur ein äußerst geringer Prozentsatz. Kranke wurden kostenlos in einem angeschlossenen Krankenhaus gesund gepflegt. Gerade aus europäischer Perspektive, wo ein Land wie Deutschland nicht in der Lage ist, ein rationales Einwanderungsgesetz zu verabschieden, wirkt die amerikanische Einwanderungspolitik vorbildlich. Die meisten Immigranten waren unterprivilegiert und schlecht ausgebildet und bekamen trotzdem ihre Chance. Ein wenig dieser Einstellung würde Europa in diesen Tagen sehr gut tun.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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