Reise-Skizzen Griechenland (2): Alt-Korinth und Mykene

Wer sich von Athen aus dorthin auf den Weg macht, muss den Isthmos überqueren und kann als beeindruckende Ingenieurleistung den Kanal (1893) bewundern. In der Antike haben Griechen und Römer vergeblich versucht, eine künstliche Schiffverbindung zu schaffen. Wer heute diese Gesteinsmassen sieht, die dafür bewegt werden mussten, den verwundert nicht, dass die antike Technik daran scheitern musste.

Die zentrale strategische Lage Alt-Korinths läßt sich immer noch gut erkennen, und es ist einleuchtend, dass ausgerechnet dort eine der mächtigsten griechischen Städte entstand. Der Erhaltungszustand der Monumente ist nicht sehr gut, sieht man von den Überresten eines archaischen Tempels ab.

Besucht man die klassischen Stätten in Griechenland, sollte man ausreichend vorbereitet sein. Denn ohne Wissen um den (kultur)geschichtlichen Kontext der Stätten (und/oder einen guten Führer) wirken die antiken Überreste an sich nicht sehr beeindruckend. Es ist deshalb notwendig, das Gesehene durch Vor-Wissen zu ergänzen, damit man einen faszinierenden Eindruck von damals erhält.

Mykene war einer der Höhepunkte der Reise. Auf einen steinübersäten Hügel gelegen (und deshalb gar nicht so leicht zu ersteigen) kann man die Überreste der mykenischen Baukunst bewundern. Schwere Steinbögen (Löwentor!) zeugen ebenso von umfangreichen Statik-Kenntnissen wie eine aus strategischen Gründen angelegte unterirdisch Zisterne. Die Wasserquelle Mykenes wäre im Falle einer Belagerung außerhalb der soliden Stadtmauern gelegen. Deshalb sah man sich genötigt das Wasser unterirdisch in die Stadt zu führen. Wieder einmal ein Beleg für die These, dass technischer Fortschritt oft Hand in Hand mit „kriegerischen“ Bedürfnissen geht.

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"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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