Thomas Bernhard: Über allen Gipfeln ist Ruh

Theater in der Josefstadt am 28.9.02
Regie: Wolf-Dietrich Sprenger
Moritz Meister: Joachim Bißmeier
Anne: Traute Hoess

Eine alles in allem solide österreichische Erstaufführung. Wolf-Dietrich Sprenger entschloss sich diese Komödie auch als solche spielen zu lassen. So durfte Traute Hoess ihr komödiantisches Talent ausgiebig zur Geltung bringen. Im Vergleich mit ihr und mit Bißmeier in der Hauptrolle blieben die Nebenfiguren eher blass.

Wie in so vielen Werken Bernhards steht ein „Geistesmensch“ im Mittelpunkt. Hier handelt es sich aber weder um einen monomanischen Intellektuellen wie in „Alte Meister“ noch um einen verrückten Monomanen wie im „Kalkwerk“. Moritz Meister ist ein unsympathischer, antisemitischer Dampfplauderer. Desto mutiger von Bernhard sich trotzdem auch selbst in der Figur zu reflektieren. Das Stück ist eine gelungene Abrechnung mit dem unbegabten, pseudogebildeten Großschriftsteller.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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