Nikos Kazantzakis: Alexis Sorbas

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Nach der Lektüre blieb ein zwiespältiges Gefühl zurück. Strukturell ist der Roman plausibel angelegt: Die Opposition des lebensklugen alten Arbeiters zu dem jungen intellektuellen Ich-Erzähler funktioniert ebenso wie die Abgrenzung der beiden Protagonisten von dem kretischen Dorf in dem sie leben.

Sorbas ist eine einprägsame, lebendig geschilderte Figur. Seine Lebensweisheiten sind nach einem Viertel des Buches aber bereits ziemlich vorhersehbar und sein unkritisch kolportiertes (diplomatisch formuliert) konservatives Frauenbild wird zunehmend ärgerlicher.

Erfreulicherweise verklärt Kazantzakis das Dorfleben nicht, sondern zeigt die dort vorherrschende Gewalt, Gier und Beschränktheit. Insgesamt eine akzeptable Lektüre.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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