In “Über die Vorzüge und Nachteile der Literatur”…

…schreibt Leon Battista Alberti 1428 folgendes über den Gelehrtenstand:

Wir sehen sie, vom Knabenalter an der Literatur ergeben, an die Lektüre von Manuskripten gekettet und zu Einzelhaft verurteilt: Derart zermürbt von der Regel und von ihren Lehrern, von der Mühsal des Lernens, dem unablässigen Lesen und Wiederlesen und Arbeiten, dass sie völlig erschöpft sind. Oftmals scheinen sie von kälterem Blut, als es bei Buben normal ist. Dann kommt die Jugendzeit: Ihre Gesichter werden dir zeigen, wie schön und freudvoll sie die finden. Sieh dir an, wie bleich sie sind, wie schlaff ihre Leiber, und wie niedergeschlagen sie wirken, wenn sie aus ihrer langen Haft im Gefängnis ihrer Schulen und Bibliotheken herauskommen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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