The New York Review of Books und die Religion

Die Ausgabe 5/2002 der NYRB hat einen ungewöhnlichen Schwerpunkt: Religion. Freeman J. Dyson beschäftigt sich mit den seltsamen Endzeitvisionen des John Polkinghorne und dessen argumentativen Verrenkungen:

The way a scientific argument goes is typically as follows: We have a number of theories to explain what we have observed. Most of the theories are probably wrong or irrelevant. Then somebody does a new experiment or a new calculation that proves that Theory A is wrong. As a result, Theory B now has a better chance of being right. The way a theological argument goes is the other way round. We have a number of theories to explain what we believe. Different theologians have different theories. Then somebody, in this case Polkinghorne, declares that Theory A is right. As a result, Theory B now has a better chance of being wrong.

Die weltlichen Eskapaden eines amerikanischen ZEN Gurus schildert* Frederick Crews anhand des Buches von Michael Downing: „Shoes Outside the Door. Desire, Devotion, and Excess at San Francisco Zen Center“. Erhellende Einblicke für an Religionspathologie Interessierte sind gewährleistet. Erfreuliches hat auch Beinahe-Jesuit Garry Wills über den Niedergang des Jesuiten-Ordens zu berichten*. Es gäbe kaum mehr Nachwuchs, weshalb immer mehr weltliche Lehrer eingestellt werden müssten.

Die unrühmliche Rolle des Vatikans bei der Entstehung des modernen Antisemitismus schließlich steht im Mittelpunkt des Aufsatzes von Owen Chadwick. David I. Kertzer schrieb ein materialreiches Sachbuch zum Thema: „The Popes Against the Jews: The Vatican’s Role in the Rise of Modern Anti-Semitism“.

* Die Artikel sind mittlerweile Teil des kostenpflichtigen Archivs der NYRB.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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