Sebastian Haffner: Geschichte eines Deutschen

„Die Erinnerungen 1914-1933“

Büchergilde Gutenberg / Deutsche Verlagsanstalt bzw. dtv (Amazon Partnerlink)

Um mit einem Nebenaspekt anzufangen: Haffner vertritt in seinem 1939 entstandenen Buch zukunftsweisende methodologische Ansichten, was die Bedeutung des privaten Lebens für die Geschichtsschreibung betrifft. Die deutsche Geschichte zwischen 1914-1933 durch die Linse (s)einer privaten Biographie bündelnd zu veranschaulichen ist Haffners Intention. Das gelingt ausgezeichnet, auch wenn man dem Buch anmerkt, dass es aus dem Nachlass heraus veröffentlicht wurde.

Haffner wuchs in einem klassischen bildungsbürgerlichen Umfeld auf. Das Nazitum lehnte er von Anfang an quasi-instinktiv ab, der Text ist eine eigenartig gelungene Mischung aus Empörung einerseits, plausiblen analytischen Ansätzen andererseits. Meisterhaft beschreibt er die Hilflosigkeit angesichts der nazistischen „Revolution“. Viele Nazigegner dürften ähnliches erlebt und gefühlt haben, so dass dieses Buch durchaus exemplarischen Charakter hat.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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