Agota Kristof: Die dritte Lüge. Roman

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Mehrteilige Werke sollte man eigentlich komplett kritisch würdigen, denn es ist unwahrscheinlich, dass alle Teile dieselbe Qualität besitzen. So reicht der dritte Teil von Kristofs Roman-Trilogie nicht mehr ganz an die beiden Vorgänger heran.

Vielleicht liegt das auch an der fiktionalen Meta-Ebene, welche die Literarizität der beiden ersten Romane thematisiert. Damit relativiert Kristof die Trostlosigkeit, die vor allem auf der lakonischen Beobachtungsgabe und dem knappen Sprachstil basiert.
Die Meta-Ebene erinnert an das bekannte antike Lügen-Paradoxon: Lucas behauptet an einer Stelle, dass alle seine Aufzeichnungen Lügen seien. Wenn das stimmt, ist diese Behauptung natürlich ebenfalls gelogen, woraus zu schließen wäre, dass die Begebenenheiten der anderen Bücher wahr sind…

Die drei Romane („Das große Heft“, „Der Beweis“, „Die dritte Lüge“) gehören zusammen jedenfalls zu den bemerkenswertesten Werken der jüngeren Gegenwartsliteratur. Mögen sie viele Leser finden.

In der aktuellen „Literatur und Kunst“ – Beilage der NZZ findet sich passenderweise ein Porträt der Autorin, der gestern der Gottfried-Keller-Preis verliehen wurde.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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