El Greco

Kunsthistorisches Museum Wien

Bei meinem vierten Besuch gestern ist es mir zum zweiten Mal gelungen, ein paar Gemälde in Ruhe zu betrachten, was angesichts des erstaunlichen Besucheransturms nur selten möglich ist. Besonderes Augenmerk richtete ich auf die vier Portraits an, von denen das des Fray Hortensio Félix Paravicino zurecht am berühmtesten ist. Paravicino war ein mit El Greco befreundeter Gelehrter, der von dem Bild so beeindruckt war, dass er ein Dankgedicht verfasste, das in der Ausstellung ebenfalls zu lesen ist.

Spannend ebenfalls das Toledo-Bild, weil hier die Modernität des Stils El Grecos offensichtlich wird. Die digitalen Reproduktion hier dienen nur der lexikalischen Illustration, Farben und Helligkeit unterscheiden sich deutlich von den Originalen.
Schließlich noch das (vermutliche) Selbstportrait. Dieser zurückhaltend wirkende Mann, der einem hier entgegentritt, steht in einem seltsamen Kontrast zur Strahlkraft seiner Gemälde. Ich musste an Bruckner denken, dessen monumentale Symphonien ebenfalls nur wenig zum zögerlichen Charakter des Komponisten zu passen scheinen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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