Schostakowitsch: Symphonie Nr. 1 f-Moll

Bernard Haitink / London Philharmonic Orchestra
Decca 444 431-2

Meinem Eindruck nach gibt es cum grano salis zwei Arten, wie sich der Individualstil eines Künstlers entwickelt: Er entwickelt über eine Reihe von Jahren seinen persönlichen Stil, oder er tritt früh mit einem Werk an die Öffentlichkeit, das bereits viele Merkmale eines unverkennbaren persönlichen Stils enthält.

In die erste Schublade würde ich beispielsweise Musil stecken, in die zweite Schostakowitsch, zumindest was seine orchestralen Werke angeht. Seine erste Symphonie hat er als Achtzehnjähriger als Diplomarbeit komponiert, und in ihr finden sich bereits viele Elemente, die auch die übrigen 14 Symphonien prägen.
Bleibt noch zu ergänzen, dass die Haitink-Interpretation handwerklich solide ist. Sie klingt für mich nicht übermäßig inspiriert, meidet aber andererseits emotionale Übertreibungen, die bei Schostakowitsch so nahe liegen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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