James M. McPherson: Southern Comfort

The New York Review of Books 6/2001

Geschichtslügen scheinen eine solide anthropologische Basis zu besitzen, offenbar gibt es kaum eine Gesellschaft, die ohne sie auskäme. Ein mir bis heute unbekanntes Beispiel ist die Lost-Cause-Ideologie in der Folge des amerikanischen Bürgerkriegs. McPherson bespricht* einige Neuerscheinungen zu diesem Thema. Bereits kurz nach dem Krieg begannen Südstaatler die eigentliche Kriegsursache zu leugnen: Nicht die Abschaffung der Sklaverei sei ursächlich gewesen, sondern der Kampf für „states‘ rights“, also Verfassungsangelegenheiten. Diese Geschichtsverfälschung ist in gewissen Kreisen der USA immer noch sehr populär, so bei den Sons of Confederate Veterans. Eigenartige Vereine scheint es nicht nur in Österreich und Deutschland zu geben :-)

Ansonsten erfährt man so manches darüber, wie komfortabel sich die Sklavenbesitzer vor der Wahl Abraham Lincols in den amerikanischen Verfassungsinstitutionen eingenistet hatten.

* Die Rezension ist mittlerweile Teil des kostenpflichtigen NYRB-Archivs.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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